Imkerverein

Steinachtal

Honig

 

Die Imkerei im Steinachtal hat eine Tradition, die viel weiter
zurückreicht als das Vereinsjubiläum jetzt ahnen läßt.
Nachdem der Honig in der Menschheitsgeschichte zur Zeit
der Sammler und Jäger und später auch in der Antike zu den
Grundnahrungsmitteln und auch Heilmitteln zählte, kann
davon ausgegangen werden, daß die Imkerei im Steinachtal
mit dessen Besiedelung auch Einzug gehalten hat.
Insgesamt gesehen hat die Imkerei in den Tälern des
vorderen Odenwaldes eine gute Basis. Die tragenden Säulen
der Trachtnutzung sind hier einerseits der Streuobstbau mit
den Blumenwiesen, andrerseits der Wald mit Fichte, Kiefer,
Eiche, Bergahorn, Akazie und manchmal ausschlaggebend
für eine Ernte die Edelkastanie.

Noch etwas beeinflußt durch das milde Rheintalklima
entwickeln sich die Bienenvölker wohl nicht zu früh aber
dennoch zügig, wobei allerdings der aus der Blüte
eingetragene Honig von wenigen Ausnahmejahren
abgesehen zusammen mit dem reichlich eingetragenen
Blütenpollen als Aufbaunahrung dem Bienenvolk
belassen wird. Kälterückschläge im Mai oder in der
Schafskälte im Juni lassen sich so gut überwinden.

Das Ziel der Imkerei hier ist die Waldtracht im Juni bis
gegen Mitte Juli zum Ende der Edelkastanienblüte. Dort
sollen dann die Bienenvölker im Zenit ihrer Entwicklung sein.
Es liegt dann im Können des einzelnen Imkers, das
Abschwärmen seiner Völker weitgehend zu vermeiden um
diese auf dem Höchststand bis zur Waldtracht zu erhalten.
Abgeschwärmte oder schwache Völker bringen naturgemäß
wenig Ertrag.

Wenn sich dann im Juni-Juli die Honigschleuder dreht, haben
wir als Lohn der Mühe unseren typischen Odenwaldhonig,
aromatisch hervorragend, in der Farbe mittel- bis
dunkelbraun, geprägt von der Fichte, Edelkastanie - oft auch
der Kiefer und Eiche - manchmal auch der Akazie, sowie
Blütenanteilen aus der Brombeere, der Himbeere und
gelegentlich der Linde.

Im Streuobstbau der Odenwaldtäler und auch im Wald finden
Pflanzenschutzmittel praktisch keine Anwendung mehr,
sodaß man von diesem Honig zurecht sagen kann -
wohl bekomm's.